Baggern für die Kröten auf DBU-Naturerbefläche „Herzogsberge“

Symbolfoto

Landkreis Wolfenbüttel und NLWKN werten die Lebensräume von Kreuzkröte und Knoblauchkröte auf

Hannover/ Cremlingen – Die Amphibiengewässer der im Eigentum der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) stehenden Naturerbefläche „Herzogsberge“ sind in den vergangenen Jahren stark verlandet und zugewachsen. Daher sind sie als Laichgewässer für die hiesigen Vorkommen der Kreuzkröte (Bufo calamita) und der Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) zum Teil nicht mehr geeignet. Im Rahmen des Integrierten LIFE-Projektes „Atlantische Sandlandschaften“ sollen durch die Neuanlage und Sanierung bestehender Kleingewässer sowie die Anlage von Rohbodenflächen mit grabfähigen Böden die hiesigen Vorkommen der beiden Arten stabilisiert werden.

- Anfang: Hier könnte Ihre Werbung stehen. - Ende

Die Arbeiten werden ab Oktober 2018 durchgeführt. „Wenn Gewässer mit dem Bagger angelegt werden, sieht das oft erst einmal nicht sehr schön aus, da viel Rohboden freigelegt wird. Aber insbesondere die Pionierarten unter den Amphibien wird es freuen. Und wir freuen uns, hier gemeinsam mit der Flächeneigentümerin, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der DBU Naturerbe GmbH, und dem Landkreis Wolfenbüttel etwas für diese bedrohten Arten tun zu können“, sagt Tom Kutter vom NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz), Leiter des Projektes in Niedersachsen. Den Arbeiten ging eine intensive Erfassung der Arten und eine Planung durch den Gutachter und Dipl.-Biologen Manfred Wenst voraus, der das Gebiet seit Ende der 80er- Jahre betreut. „Das gemeinsame Projekt mit dem NLWKN bietet uns eine tolle Möglichkeit, diesen besonderen Lebensraum mit seinem wertvollen Amphibienbestand zu erhalten und zu entwickeln“, sagt Silke Krause, Dipl.-Biologin der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Wolfenbüttel. Die Naturschutzbehörde renaturierte diese Kleingewässer zuletzt 2014 mit Mitteln des Landes Niedersachsen.

Seit Jahrzehnten beherbergt der ehemalige Standortübungsplatz und die jetzige DBU-Naturerbefläche Herzogsberge zahlreiche Amphibienarten. Durch die intensive militärische Nutzung sind an insgesamt fünf Standorten zahlreiche Kleingewässer entstanden. Nach Aufgabe der militärischen Nutzung im Jahr 2003 verlandeten die Teiche, und die Bedingungen für viele Amphibienarten wurden schlechter. Insbesondere Pionierarten wie die Kreuzkröte und die Knoblauchkröte leiden unter der Situation.

Das Integrierte LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“

Die Maßnahme bei Cremlingen ist Teil des von der Europäischen Union geförderten Projekts „Atlantische Sandlandschaften“ zum Erhalt der biologischen Vielfalt, das gemeinsam von den Ländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachen umgesetzt wird. Charakteristische Biotope der atlantischen biogeographischen Region wie zum Beispiel Heide- und Dünenlandschaften, artenreiche Borstgrasrasen und nährstoffarme Stillgewässer sollen dabei nachhaltig aufgewertet werden. Auch die Bestände der für diese Lebensräume typischen Arten, wie Knoblauchkröte, Kreuzkröte, Schlingnatter und Zauneidechse, sollen gestärkt werden.

Für die zehnjährige Laufzeit des Projektes steht beiden Ländern insgesamt ein Budget von 16,875 Millionen Euro zur Verfügung. 60 Prozent der Mittel werden von der Europäischen Union gestellt, jeweils 20 Prozent von den beiden Bundesländern. Die Gesamtverantwortung für das Vorhaben liegt in Nordrhein-Westfalen beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV). Die operative Umsetzung der konkreten Einzelmaßnahmen in Niedersachsen liegt beim Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (MU).

Weitere Informationen sind im Internet unter www.sandlandschaften.de und unter www.nlwkn.de verfügbar.

Das Nationale Naturerbe:

Die DBU-Naturerbefläche Herzogsberge ist eine von 70 Liegenschaften der Stiftungstochter der DBU in Osnabrück, der DBU-Naturerbe GmbH, die die Flächen treuhänderisch für zukünftige Generationen verwaltet und unter naturschutzfachlichen Aspekten sichert. Insgesamt hat sie rund 70.000 Hektar vor allem ehemals militärisch genutzte Flächen in zehn Bundesländern vom Bund übernommen. Auf den Flächen sollen offene Lebensräume mit seltenen Arten durch Pflege bewahrt, Wälder möglichst ihrer natürlichen Entwicklung überlassen, artenarme Forste zu naturnahen Wäldern umgewandelt und Feuchtgebiete sowie Gewässer ökologisch aufgewertet oder erhalten bleiben.