275 Jahre liegt Grundsteinlegung zurück

er neu gewählte Vorstand des Fördervereins Gymnasialkirche gemeinsam mit Landrat Reinhard Winter (4. v. l.) vor dem Grundstein der Kirche, der am 28. Mai 1743 gelegt wurde. (Foto: Landkreis Emsland)

Geschichte der Gymnasialkirche in neuer Broschüre nachzulesen – Neu gewählter Förderverein tritt an  

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Meppen. Am 28. Mai 1743 wurde für die Gymnasialkirche Meppen der Grundstein gelegt. Der Stein mit Datum und einer lateinischen Inschrift findet sich rechts neben der Seitentür. Wer die eingemeißelten Wörter liest, erfährt, wer zu dieser Zeit die politischen Geschicke des Landes lenkte: 1743 war Clemens August Landesherr, Erzbischof und Kurfürst von Köln, Fürstbischof von Münster, Osnabrück, Hildesheim und Paderborn. Meppen gehörte zu dieser Zeit dem Fürstbistum Münster an.

Das 275-jährige Jubiläum der Gymnasialkirche nimmt der neu gewählte Vorstand des Fördervereins Gymnasialkirche zum Anlass, sich zu einem Pressetermin in der Kirche einzufinden. Den Vereinsvorsitz übernimmt künftig Bürgermeister Helmut Knurbein. Weiterhin gehören Oberstudienrätin Daniela Brüsse-Haustein als 2. Vorsitzende, Oliver Roosen als Kassenwart, Dr. Andrea Kaltofen als Schriftführerin, und als Beisitzer Propst Dietmar Blank, Superintendent Dr. Bernd Brauer, Arnold Terborg von der Meppener Theatergemeinde und Marc-Andrè Burgdorf vom Städtischen Heimatverein dem Vorstand an.

Da die Gymnasialkirche heutzutage Schulkirche des Windthorst-Gymnasiums ist und damit im Eigentum des Landkreises Emsland steht, war Landrat Reinhard Winter ebenfalls beim Termin dabei. „Wir freuen uns sehr, dass mit dem neu aufgestellten Förderverein die erfolgreiche und tatkräftige Arbeit dieses Netzwerks von Freunden der Gymnasialkirche fortgesetzt werden kann“, sagt Winter. Der Verein hatte sich 1987 gegründet und hat sich seither den Erhalt und die Restaurierung der Gymnasialkirche und Residenz auf die Fahnen geschrieben.

Darüber hinaus wurde nach den aufwändigen Restaurations- und Instandsetzungsarbeiten der Kirche in den zurückliegenden Jahren in der Reihe „Kunstführer“, die im Verlag Schnell & Steiner, Regensburg, erscheint, eine neue Broschüre zur Gymnasialkirche in Meppen aufgelegt. Sie wurde  ebenfalls vorgestellt. Darin ist unter anderem nachzulesen, dass seit Mai des Jahres die Grabplatte von Pater Superior Nikolaus Krebs ihren Platz in der Gymnasialkirche gefunden hat. Pater Superior Krebs war zunächst 1649 in der Meppener Probsteikirche St. Vitus unter dieser massiven Platte beigesetzt worden. Nach Aufhebung der Grabstätte befand sich die Grabplatte lange Jahren in der Meppener Friedhofskapelle. Krebs begründete damals das Gymnasium, das 1642 seinen Unterrichtsbetrieb aufnahm.

Die Broschüre greift auch die Grundsteinlegung auf, die anlässlich des Jubiläums hier eingehender dargestellt werden soll: Clemens August ließ zwischen 1737 und 1747 sein Schloss Clemenswerth in Sögel errichten und unterstützte den Kirchenbau in Meppen mit viel Geld und Sachleistungen. Viele Künstler und (Kunst-)Handwerker, die auf seiner Schlossbaustelle in Sögel arbeiteten, waren auch in der Gymnasialkirche tätig.

Auf dem Grundstein wird mit „Ferdinandus L.B. de Reck in Steinfort“ ein weiterer Name genannt. Er legte am 28. Mai 1743 den „ersten Stein“ (primum lapidem), also den Grundstein. Es handelt sich um den adligen Freiherrn Ferdinand von der Recke aus Steinfurt (1707-1761). Die beiden Buchstaben L. B., die in der Inschrift hinter dem Namen Ferdinandus stehen, sind eine Abkürzung für den Adelstitel „Freiherr“.

Ferdinand Wilhelm Joseph von der Recke stammte aus der ersten Ehe von Johann Matthias von der Recke (1672-1739), dem Landdrosten im Fürstbistum Münster und Erbauer des Wasserschlosses im münsterländischen Drensteinfurt. Ferdinand war ebenfalls Mitglied der münsterischen Regierung, und so ist es letztlich kein Wunder, dass er für die Grundsteinlegung ausgewählt wurde und auf dem Grundstein in einem Atemzug mit dem Landesherrn Clemens August genannt wird. Die älteste Tochter von Ferdinand von der Recke war übrigens die Großmutter der berühmten Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848).

Dank des ehrenamtlichen Engagements einiger Meppener Bürgerinnen und Bürger ist die Kirche alle 14 Tage sonntags nachmittags zwischen 15 und 18 Uhr bis einschließlich 23. September geöffnet (siehe auch Aushang in der Kirche). Der nächste Termin hierfür ist der 17. Juni.

Am 5. September findet im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage der Niedersächsischen Sparkassenstiftung ein Konzert unter dem Festival-Motto „Beziehungen“ statt. Nähere Informationen hierzu sind im Internet unter www.meppen-theater.de zu finden.