MAUT AUF ALLEN BUNDESSTRASSEN AB MITTE 2018

MAUT AUF ALLEN BUNDESSTRASSEN AB MITTE 2018 PR-Foto

Auf Bundesstraßen werden ab 2018 rund 600 Kontrollsäulen überprüfen, ob die Maut korrekt bezahlt wird. Die Kontrollsäulen an den Bundesstraßen ergänzen die mobilen Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG).
Kontrollbrücken wie über Autobahnen werden an Bundesstraßen nicht errichtet. Technisch sind die neuen Kontrollsäulen mit ähnlichen Funktionen ausgestattet wie die Kontrollbrücken. Mit ihnen werden die Mautkontrollen im fließenden Verkehr durchgeführt, ohne dass Lastwagen angehalten werden müssen. Schlank und blau lackiert fügen sie sich in das Landschaftsbild der Bundesstraßen ein. Bauliche Eingriffe in die Natur beschränken sich so auf ein Minimum.
Die neuen Kontrollsäulen dienen nicht der Geschwindigkeitsüberwachung. Die Kontrollsäulen überprüfen ausschließlich, ob Lkw ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht die Maut korrekt bezahlen. Verkehrsteilnehmer können die Kontrollsäulen von „Blitzersäulen“ für die Geschwindigkeitsüberwachung dadurch unterscheiden, dass sie nicht nur blau lackiert, sondern auch fast vier Meter hoch sind.
Technik und Funktionsweise der Kontrollsäule Die Kontrollsäulen an Bundesstraßen sind stationäre Einrichtungen, die seitlich neben der Fahrbahn aufgestellt werden. Passiert ein Fahrzeug eine Kontrollstelle, werden ein Übersichts-, ein Seitenansichts- und ein Kennzeichenbild erstellt. Das Fahrzeuggerät sendet die Fahrtdaten und die fahrzeugspezifischen Angaben an die Kontrollsäule. Für die Richtigkeit der zu übermittelnden Daten sind das Unternehmen und der Fahrer verantwortlich. Hat der Fahrer die Achszahl richtig eingestellt und überprüft, ob die On-Board Unit funktionsbereit ist, werden die Bilddaten verworfen.

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Für die Erfassung von Fahrzeugen durch die Kontrollsäule hat der Gesetzgeber mit dem Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG) die gleichen strengen Vorgaben erlassen wie für die Kontrollbrücken. Wie bereits heute werden ausschließlich Daten von Lkw ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, bei denen der Verdacht auf einen Mautverstoß besteht, an ein Kontrollzentrum weitergeleitet. Daten von nicht mautpflichtigen Fahrzeugen werden sofort in der Kontrollsäule gelöscht.
Aufbau der Kontrollsäulen Mit dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG) stimmte Toll Collect die Standorte ab und prüft, ob dort u.a. Strom- und Telekommunikationsanbindungen verfügbar sind. Danach werden die erforderlichen Zustimmungsverfahren bei den zuständigen Verwaltungsstellen eingereicht. Liegt die Zustimmung vor, beginnt der Tiefbau und das Fundament wird gesetzt. Anschließend wird die Säule montiert und an die zentralen Systeme angeschlossen. Beim Aufbau werden dank moderner Bauverfahren Straßensperrungen auf ein Minimum reduziert.
Hintergrund: Ende März 2017 trat das Gesetz zur Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen zum 1. Juli 2018 in Kraft. Aktuell gilt die Maut für Lastwagen ab 7,5 Tonnen Gesamtgewicht auf insgesamt 15.000 Kilometern, auf Autobahnen und bestimmten Bundesstraßen. Am 1. Juli 2018 wächst das Mautnetz um weitere knapp 36.000 Kilometer Bundesstraßen. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat Toll Collect mit der technischen Vorbereitung dieser Ausweitung beauftragt.