Demografischer Wandel: Gemeinsam zur demografiefesten Kommune

Freuen sich über den Austausch im Rahmen des Projektes „Demografiewerkstatt Kommunen“: Magdalena Wilmes (Bürgermeisterin Lünne), Willfried Lübs (stellvertretender Landrat des Landkreises Emsland), Heribert Kleene (Bürgermeister Vrees), Gitta Connemann (MdB), Andreas Kirner (vom Bundesfamilienministerium), Prof. Dr. Martina Wegner (Hochschule München/ strategische Projektbetreuung DWK), Ludger Kewe (Samtgemeindebürgermeister Werlte), Martin Rutha (Geschäftsstelle DWK), Prof. Dr. Christoph Strünck (Institutsdirektor Forschungsgesellschaft für Gerontologie e. V.), Dr. Annette Wilbers-Nötzel (pro-t-in GmbH) (v.l.) (Foto: DWK)

Austauschtreffen des bundesweiten Projekts „Demografiewerkstatt Kommunen“ in Vrees

Vrees, März 2018. Voneinander lernen, sich gegenseitig inspirieren und gemeinsam Lösungen erarbeiten: Da angesichts des demografischen Wandels alle Kommunen vor ähnlichen Herausforderungen stehen, ist ein Erfahrungs- und Informationsaustausch von großer Bedeutung, wenn es um die Gestaltung des demografischen Wandels vor Ort geht. Acht Kommunen, die Teil des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) geförderten Projekts „Demografiewerkstatt Kommunen“ (DWK) sind, trafen sich vom 06. bis 07. März zu ihrem zweiten Austauschtreffen im Bürgerhaus Vrees.

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Vrees war zwei Tage lang zentrale Werkstatt des demografischen Wandels
Dass das jährliche Treffen im Rahmen des Projekts in den Kommunen selbst stattfindet, haben sich die Beteiligten explizit gewünscht, um tiefere Einblicke in die Arbeit anderer Kommunen zu ermöglichen. In diesem Jahr fiel die Wahl auf die Gemeinde Vrees im Landkreis Emsland. Heribert Kleene, Bürgermeister der Gemeinde Vrees und Ludger Kewe, Samtgemeindebürgermeister von Werlte, begrüßten die rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Für das Austauschtreffen sind Vertreterinnen und Vertreter kommunaler Verwaltungen aus Adorf, dem Kreis Dithmarschen, Dortmund, dem Kreis Düren, Grabow, Riesa und aus dem Regionalverband Saarbrücken angereist.

Gitta Connemann, aus dem Emsland stammende Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, betonte in ihrer Begrüßung, dass Älterwerden in Vrees nicht nur eine Überschrift, sondern Wirklichkeit sei. Sie lobte das Engagement der Gemeinde und ihres Bürgermeisters für ein Leben im Alter mit so viel Selbstständigkeit wie möglich und so viel Hilfe wie nötig.

Welche unterschiedlichen Projekte und Formate dem Landkreis Emsland im Rahmen der Förderung ermöglicht wurden, zeigte Willfried Lübs, stellvertretender Landrat des Landkreises Emsland, auf. Andreas Kirner, Leiter des für das Projekt zuständigen Referats 316 im BMFSFJ, wies in seiner Rede auf den Erfolg des Projekts und damit schlussendlich die gelungene Zusammenarbeit zwischen Beratung und kommunalen Verwaltungen in den ausgewählten Modellregionen hin. Er zeigte sich besonders erfreut, dass der Wissenstransfer, die gegenseitige Inspiration und kollegiale Beratung zwischen den Vertreterinnen und Vertretern der Kommunen sich als zentrale Ankerpunkte des Projektes etablieren konnten.

Erfolgreiche Praxisbeispiele standen im Vordergrund
Im Rahmen des Projekts „Demografiewerkstatt Kommunen“ wurde die Gemeinde Vrees unter anderem zum Einsatz von technischen Assistenzsystemen beraten mit dem Ziel, älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Die Ergebnisse des Beratungsprozesses durch die Wolfsburg AG mündeten in einer detaillierten Anleitung. Doch sie bestehen längst nicht mehr nur auf dem Papier: In Vrees wurden nach den erarbeiteten Vorgaben fünf barrierefreie Wohnungen eingerichtet, die im April eröffnet werden. Im Rahmen des Austauschtreffens konnten diese Räumlichkeiten bereits besichtigt werden.

Auch bei den anderen Programmpunkten im Rahmen des Austauschtreffens standen erfolgreiche Praxisbeispiele im Vordergrund. Magdalena Wilmes, Bürgermeisterin des Dorfes Lünne, und Annette Wilbers-Nötzel von der pro-t-in GmbH präsentierten den „Dorfdialog Lünne“. Nicht zuletzt dank dieser Methode der Bürgerbeteiligung konnte Lünne im August 2017 den Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ für sich entscheiden. Auch der „Dorfdialog“ steht als übertragbares Werkzeug öffentlich zur Verfügung (www.demografiewerkstatt-kommunen.de/werkzeugkoffer)

Positives Zwischenfazit und gute Aussichten
Die Beispiele zeigen: Der Prozesse, die durch das Projekt „Demografiewerkstatt Kommunen“ angestoßen wurden, führen zu übertragbaren Lösungen, die an die Bedürfnisse vor Ort anpassbar sind. Damit kann für das Projekt „Demografiewerkstatt Kommunen“, das seit Februar 2016 Kommunen dabei unterstützt, „demografiefest“ zu werden, ein positives Zwischenfazit gezogen werden.

In seinen Schlussworten wies Andreas Kirner auf den erfolgreichen und vertrauensvollen fachlichen Austausch bei diesem Treffen hin. Er gab den Ausblick auf eine spannende Zukunft der „Demografiewerkstatt Kommunen“: Ein Ausbau des Erfolgsprojektes werde explizit im Koalitionsvertrag der Bundesregierung erwähnt und ermögliche die Perspektive, es in die Fläche zu bringen.

Auch der Treffpunkt für das nächste Austauschtreffen steht bereits fest: 2019 geht es für die Vertreterinnen und Vertreter der DWK-Kommunen nach Riesa in Sachsen. Dort und bei allen weiteren Treffen wird evaluiert, inwieweit sich Prozesse und Strukturen bereits nachhaltig etabliert haben.

Soziallotterie unterstützt mit Informationsangebot für Vereine und Verbände
Mit der Deutschen Fernsehlotterie und der Stiftung Deutsches Hilfswerk hat die „Demografiewerkstatt Kommunen“ eine prominente Unterstützerin, die schon seit 50 Jahren soziale Projekte fördert. Unter dem Motto „Ein starker Partner für soziale Strukturen in der Gesellschaft“ gab es im Rahmen des Austauschtreffens ein besonderes Angebot für interessierte gemeinnützige Vereine und Verbände aus dem Emsland. Ulrich Meyerratken, Leiter des Förderwesens der Stiftung Deutsches Hilfswerk, stellte Beispielprojekte zur Förderung von starken Nachbarschaften vor. Außerdem gab er Tipps für Förderanträge und stand für Fragen zur Verfügung.