Kirche mit weitem Horizont

Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr (von links) dankte Kurt Herrera, Referent im Evangelisch-lutherischen Missionswerk Hermannsburg (ELM), für sein langjähriges Engagement im Bereich Mission, Ökumene und Partnerschaftsarbeit des Sprengels Ostfriesland-Ems, begrüßte dessen Nachfolgerin, Dr. Karen Schmitz, und freute sich über die Berichte von Pastor Sven Grundmann aus Holtland (Kirchenkreis Emden-Leer), Kerstin Buck-Emden aus Lingen (Kirchenkreis Emsland-Bentheim) und Julia Engel (5.v.r., Kirchenkreis Norden). Mit dabei waren (von rechts): Pastor i.R. Diedrich Hinrichs (Uplengen-Remels), Pastor Matthias Voss (Sögel), Pastor i.R. Hermann Aden (Hesel), Pastor Henning Behrends (Detern), Julia Engel (Hesel), Pastorin Christa Olearius (Nordhorn), Helga Janßen (Leer) und Michael Vogt (Leer). Foto: Hannegreth Grundmann

Weltweite kirchliche Kontakte aus dem Sprengel Ostfriesland-Ems

Regionalbischof Klahr dankt für Engagement

öso. Leer. Ostfriesland. Emsland. Grafschaft Bentheim. Im Sprengel Ostfriesland-Ems bestehen vielfältige Beziehungen zu Partnerschaftskirchen in aller Welt. Dies wurde wieder einmal deutlich, als sich die in der Mission-, Ökumene- und Partnerschaftsarbeit im Sprengel Ostfriesland-Ems Aktiven mit Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr im Lutherhaus in Leer trafen. Zweimal im Jahr findet ein solches Treffen mit dem Regionalbischof und dem zuständigen Referenten des Evangelisch-lutherischen Missionswerks in Niedersachsen (ELM) statt. Dieses Mal standen Berichte über die Thomaschristen in Südindien, eine Fortbildung in Omsk und Projekte in Tansania und im Sudan im Vordergrund.

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Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr verabschiedete Pastor Kurt Herrera aus dieser Runde mit einem Blumenstrauß und dankte ihm für die langjährige gute und kompetente Zusammenarbeit. Der Referent aus Hermannsburg hielt seit 1999 den Kontakt vom Missionswerk aus zum Sprengel. Nun ist Herrera ausschließlich zuständig für die Bereiche „Ökumenische Zusammenarbeit mit Brasilien und Peru“, sowie „Kirchenentwicklung International“.

Regionalbischof Klahr begrüßte dessen Nachfolgerin, Pastorin Dr. Karen Schmitz. Diese stellte sich mit einem Bericht über die Thomaschristen in Südindien vor. „Es ist bemerkenswert, dass es Kirchen in Indien gibt, die nicht durch westliche Missionare gegründet wurden, sondern sich auf einen Jünger Jesu berufen“, sagte der Regionalbischof. Der Apostel Thomas habe die ersten Christen in Kerala in Südindien getauft und sieben Kirchen gegründet, so Schmitz. „So waren Christen in Indien, bevor sich der Hinduismus herausgebildet hat“, hob die Referentin hervor. In dem Gebiet um Kerala gebe es 20 Prozent Christen, während es in Indien insgesamt lediglich ein bis zwei Prozent Christen gebe. „Die Vielfalt der sieben Thomaskirchen habe ich mit ihrer unterschiedlichen theologischen Prägung als sehr bereichernd erlebt“, sagte die Referentin aus Hermannsburg.

Pastor Sven Grundmann aus Holtland war gerade von einem einwöchigen Aufenthalt aus Omsk/Sibirien zurückgekehrt und berichtete von einem Seelsorgeseminar, das er im Christuskirchenzentrum für sechs lutherische Pastoren und fünf Predigerinnen aus Sibirien gehalten hatte. Die Landeskirche Hannovers hatte dieses Zentrum vor 24 Jahren errichtet und unterstützt die Evangelisch-lutherische Kirche im Ural, Sibirien und im Fernen Osten (ELKUSFO), die ihren Sitz in Omsk hat. Das einwöchige Seminar hatte unter anderem die seelsorgerliche Begleitung alter Menschen, Dementer und Sterbender zum Thema. „Es hat mich beeindruckt, mit welcher Begeisterung und Freude meine Kolleginnen und Kollegen aus Sibirien dabei waren“, so Grundmann. Durch die Auswanderung der Russlanddeutschen nach Deutschland sei eine Wandlung der lutherischen Kirche von einer deutsch-lutherischen zu einer russisch-lutherischen Kirche zu beobachten. Im Mai gibt der Kirchenkreisjugenddiakon aus Leer, Michael Vogt, eine Fortbildung zur Jugendarbeit in Omsk.

Die Beauftragte des Kirchenkreises Emsland-Bentheim, Kerstin Buck-Emden, erzählte von den Veränderungen in der Partnerschaftsarbeit zur lutherischen Kirche in Kondoa/Tansania. Nach dem Wechsel der dortigen Regierung im Oktober 2015 seien Standards und Auflagen verschärft worden. Das führte zu einem erhöhten finanziellen Aufwand für die beiden kirchlichen Einrichtungen, für die Krankenstation und die Sekundarschule. So fehlen nach dem Bau von Räumen für den naturwissenschaftlichen Unterricht noch 20.000,- Euro für eine dem neuen Standard entsprechende Ausstattung. „Dank der Spenden aus dem Kirchenkreis konnte die drohende Schließung der Krankenstation herausgeschoben werden“, berichtete Buck-Emden. Innerhalb von vier Wochen wurden 3.000,- Euro für die Renovierung der Krankenstation gesammelt.

Bei dem letzten Besuch im Oktober 2017 in Kondoa, in Zentral-Tansania, ging es in Gesprächen mit dem neuen Generalsekretär der Diözese u.a. auch um die Zukunft der Partnerschaft, die im Sommer 2018 seit 30 Jahren besteht.

Julia Engel gab einen kurzen Einblick über den Stand der Kontakte des Kirchenkreises Norden in den Sudan. Die Förderung der Projekte laufe von Seiten des Kirchenkreises auf hohem Niveau mit einem guten Netzwerk vor Ort.