Investitionsboom in Lingen und Entwicklung zur „Smart Energy City“

Bürgerempfang in der Halle IV in Lingen, am 07. Januar 2018. PR-Foto
Kinder des TPZ präsentierten einen Vorgeschmack auf das Welt-Kindertheater-Fest im Juni in Lingen
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Über 1.000 Gäste beim traditionellen Bürgerempfang in der Halle IV

Lingen. Lebendig und schwungvoll läutete der diesjährige Bürgerempfang der Stadt Lingen das neue Jahr ein. Bevor Oberbürgermeister Dieter Krone in seiner Rede Ausblicke auf die kommenden Monate bot, präsentierte das Theaterpädagogische Zentrum einen Vorgeschmack auf das anstehende Welt-Kindertheater-Fest vom 22. bis 29. Juni. Passend zum Motto „Children move the world“ zeigten Tanz- und Zirkusgruppen vor über 1.000 Gästen aus Politik, Vereinen, Verbänden und Unternehmen ihr Können.

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In seiner Rede schlug Krone einen Bogen von der einstigen Eisenbahnerstadt hin zu dem heutigen florierenden Industrie-, Forschungs- und Hochschulstandort. Er erinnerte an die Zeiten, als das Eisenbahnausbesserungswerk der größte Arbeitgeber der Stadt war, dann aber zunehmend andere Industrien an Bedeutung gewannen. „Nun befindet sich unsere Stadt erneut in einer Transformationsphase“, betonte Krone. Doch trotz der im Zuge der Energiewende beschlossenen Abschaltung des Kernkraftwerkes Emsland Ende 2022 werde Lingen einer der bedeutendsten Energiestandorte Deutschlands bleiben. „Die beiden hochmodernen Gaskraftwerke produzieren fast rund um die Uhr verlässlich Strom für die Industrie und Privathaushalte. Zukünftig gilt es, die vorhandene Energie intelligenter zu verteilen bzw. zu speichern“, erklärte Krone. Diese neuen Wege sollen u.a. mit dem Forschungsprojekt „enera“ beschritten werden. Parallel werde an Lösungen gearbeitet, überschüssige Energie aus den Wind-Offshore-Parks in der Nordsee über Gleichstromnetze auch in Lingen nutzen zu können. Ziel sei es, die Stadt vom bisherigen reinen Energieerzeugungsstandort zum intelligenten Energiestandort – zur „Smart Energy City“ – zu entwickeln.

Dieter Krone stellte den Investitionsboom am Standort Lingen und die Entwicklung zur Smart Energy City in den Mittelpunkt seiner Rede.
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Weiterhin hob Krone den „Investitionsboom“ am Standort Lingen hervor. So hätten Dutzende von Lingener Unternehmen im letzten und in diesem Jahr über 450 Millionen Euro in den Standort investiert. Er verwies auf das aktuelle Bauvorhaben der BP Raffinerie sowie auf die Projekte von E.M.P. der ROSEN Gruppe, der Krone-Gruppe und von LühnBau im IndustriePark.

„Ein weiteres großes Infrastrukturprojekt wird in diesem Jahr der Ausbau eines umfangreichen Glasfasernetzes in Lingen sein“, erläuterte der Oberbürgermeister mit Blick auf die Tätigkeiten der Deutschen Glasfaser. Parallel dazu werde die Stadt Lingen in Kooperation mit dem Landkreis weitere weiße Flecken durch die RWE-Tochter innogy mittels Glasfaserkabel beseitigen. Ein Ärgernis sei zudem das schlechte Mobilfunknetz in einigen Bereichen der Stadt. Ebenfalls gemeinsam mit dem Landkreis Emsland und weiteren Kreisen wolle die Stadt die großen Mobilfunkbetreiber auf die Probleme hinweisen und auf Lösungen drängen.

Darüber hinaus rückte Krone die Entwicklungen an der Kaiser- und Bernd-Rosemeyerstraße in den Fokus. An der Kaiserstraße stelle der für 2019 geplante Bau eines neuen Laborgebäudes für den Campus Lingen einen wichtigen Meilenstein dar. Zudem würden zwei weitere hochschulaffine Unternehmen Bauvorhaben an der Kaiserstraße planen. Hinsichtlich der Bernd-Rosemeyer-Straße sähen die Entwürfe für die Umgestaltung des Bahnhofsgebäudes eine Orangerie mit Erlebnisgastronomie, Kiosk und modernem Reisezentrum vor.

Ein weiteres wichtiges Thema sei der Bereich Wohnen. Krone erklärte, dass über 450 Wohneinheiten im vergangenen Jahr genehmigt worden seien. Auch mit der Wohnungsbaugenossenschaft gehe es voran. Mit dem Bau von neuen Wohnungen solle zügig gestartet werden. „Es sollen pro Jahr etwa 40 neue Wohnungen entstehen, die jeder Bürger mit einem Wohnberechtigungsschein anmieten kann“, betonte Krone. Die Einführung des Lingen-Passes als Sozialpass ziele in die gleiche Richtung, nämlich die soziale Balance in der Stadt zu verbessern.

Eine „Mammutaufgabe“ stellen für die Stadt hingegen die Sanierung und der Neubau von Straßen, Rad- und Fußwegen sowie von Brücken dar. Dafür sei die Rekordsummer von rund 9 Millionen Euro im Haushalt für 2018 veranschlagt. Der Schwerpunkt des aktuellen Haushaltes sei aber dem großen Themenbereich „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ zugeordnet. Für den Bau, die Sanierung und die Unterhaltung von Krippen, Kindergärten, Schulen und Sportstätten stehen für 2018 insgesamt über 12 Millionen Euro zur Verfügung.

Hinsichtlich des Themas „Einkaufsstadt“ zeigte Krone sich erfreut über die Aktion „Lingen kauft ein“ und die Eröffnung neuer Geschäfte. Er wies zudem auf die Einführung eines Feierabendmarktes hin. Ab Mai solle jeden Donnerstagabend ein After-Work-Markt mit kulinarischen Köstlichkeiten und Livemusik stattfinden.

Abschließend betonte Krone, dass eine herausragende Stärke der Stadt das vielfältige, ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger sei. „Ihr Einsatz und das Engagement in den ungezählten Lingener Vereinen und Verbänden sind das tragende Gerüst und die gute Seele unserer schönen Heimatstadt“, zollte der Oberbürgermeister den Ehrenamtlichen seinen Respekt.