Haftbefehl wegen des Verdachts der Einschleusung von Ausländern mit Todesfolge vollstreckt

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Nach mehrmonatigen Ermittlungen:

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Osnabrück. Am 5. Dezember 2017 wurden durch die Bundespolizei im niedersächsischen Osnabrück zwei Wohnungen durchsucht und ein Haftbefehl wegen des Verdachts der Einschleusung von Ausländern mit Todesfolge vollstreckt. An der Maßnahme waren mehr als 30 Beamte der Bundespolizei beteiligt.

Der nun Verhaftete afghanische Staatsangehörige steht im Verdacht, im Januar 2016 während einer Bootsschleusung von der Türkei nach Griechenland als sogenannter Begleitschleuser an Bord gewesen zu sein. Die Überfahrt war von einer international agierenden Schleusergruppierung organisiert worden. Bei der Überfahrt sank das völlig überfüllte Boot bei widrigen Witterungsverhältnissen. Es konnten lediglich 24 von insgesamt etwa 90 Migranten gerettet werden. Durch die griechische Küstenwache wurden 35 Leichen geborgen. Die anderen Personen blieben vermisst.

Während der verhaftete mutmaßliche Schleuser gegenüber den griechischen Behörden vortäuschte, selbst ein Flüchtling zu sein, sind die von ihm unmittelbar begleiteten Personen (zwei Frauen und vier Kinder) beim Sinken des Bootes zu Tode gekommen.

Im Anschluss an seine Rettung setzte sich der jetzt Verhaftete nach Deutschland ab und beantragte im Februar 2016 Asyl. Hier kamen ihm die Ermittler der Bundespolizei nach Zeugenhinweisen auf die Schliche.

Der Vollstreckung des Haftbefehls sind mehrmonatige Ermittlungen des Bundespolizeipräsidiums unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Osnabrück vorausgegangen.

Heute, fast zwei Jahre nach der Tat und im (Irr-)Glauben, vor der Strafverfolgung sicher zu sein, wurde er dem Haftrichter vorgeführt.