Helping Hands weiht Bühne mit Herbstfest in Lathen ein

Lathen. Die humanitäre Hilfsorganisation Helping Hands platzt auch an ihrem neuen Standort in Lathen bereits aus allen Nähten. Aktuell nutzen die Helfer eine zusätzliche Halle in Lindern. Gegenwärtig dringend benötigt werden Windeln für Bettlägerige. In Lathen feiert der Verein am kommenden Sonntag, 1. Oktober 2017, erstmals ein Herbstfest.

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In diesem Rahmen wird auch eine der jüngsten großen Errungenschaften des Vereins erstmals genutzt. Im hinteren Teil des Vereinsgeländes auf dem früheren Areal des Gastronomieservicebetriebs Köttker an der Hermann-Kemper-Straße entsteht eine große Bühne, „die Emstalbühne“, wie Vorsitzender Hansi Brake im Gespräch mit unserer Redaktion sagt.

Jedes Essen kostet 1 Euro

Im Mittelpunkt des Herbstfestes, das von 15 bis 20 Uhr stattfindet, steht das Schlemmen. Brake und seine rund 40 Mitstreiter werden insgesamt rund 20 Essensstände für die verschiedensten (internationalen) Gerichte aufbauen. Der Verein plant mit rund 1500 Portionen. Jedes Essen kostet 1 Euro. „Die Leute sollen mehrfach zulangen können“, begründet Brake die Preisgestaltung. „Sonntags gehen die Menschen gerne essen. Diesmal sollen möglichst viele zu uns kommen“, sagt Brake. Unterstützt wird Helping Hands von den Lathener Landfrauen. Das lukullische Angebot reicht von Suppen („Gulaschsuppe über offenem Feuer“) über Räucherfisch bis hin zu Kartoffelbrot.

Der nächste Hilfstransport nach Rumänien steht am 19. Oktober an. Mit an Bord der sechs 40-Tonnen-Lkw – humanitäre Hilfstransporte in dieser Größenordnung führt der Verein seit Jahren etwa alle sechs Monate durch – sollen diesmal möglichst viele Windeln für Erwachsene sein. Wie Brake erläutert, sind sie für bettlägerige Senioren in einem rumänischen Dorf bestimmt. „Ein Priester hat dort 27 alte Menschen aufgenommen. Sie vegetieren in ihren Betten vor sich hin – in einem ganz einfachen Bau mit nicht verputzten Wänden.“ Deshalb nehmen die Helfer diesmal auch säckeweise Putzmörtel und Tapeten mit.

Mechanische Fernsehsessel an Bord

Ebenfalls an Bord werden 27 mechanische Fernsehsessel sowie ausrangierte Betten des Hotels Alte Werft an. Mit auf die Reise gehen darüber hinaus wie sonst auch vor allem Bekleidung, Geschirr, Schuhe, Bett- und Spielzeug.

Aus dem Hotel, das derzeit umgebaut wird, hat Brake knapp 100 Betten samt Nachttischchen erhalten. Etwa 70 davon gehen nach seinen Worten in die Ukraine.

Die „Emstalbühne“ haben Mitarbeiter von der Firmen Holzbau Janssen aus Werlte und der Zimmerei Rosen aus Sögel zusammengebaut – und zwar unentgeltlich, wie Brake betont. „Das hätte uns andernfalls mehrere Tausend Euro gekostet“, so der Vereinschef. „Wenn ihr diese Bühne braucht, um Geld für arme Menschen in Rumänien zu verdienen, dann machen wir das umsonst“, fasst Brake den Tenor der beiden Unternehmen zusammen. Zum Herbstfest werden auf der Bühne unter anderem der Maritime Chor „Emsschipper“ aus Heede, ein Frauenchor und eine Kindertanzgruppe aus Dörpen, die „Dancing Cowboys“ aus Lorup sowie „zwei noch namenlose Künstler aus Heede“ auftreten, wie Brake sagt.

Weitere Halle in Beschlag

In Lindern hat Helping Hands derweil eine rund 2000 Quadratmeter große Halle in Beschlag genommen. Dort lagern derzeit medizinische Gerätschaften. Am Standort Lathen läuft es nach den Worten des Vorsitzenden inzwischen richtig gut. „Wir hatten ein Loch von zwei bis drei Monaten“, macht Brake aus den Anlaufschwierigkeiten nach dem Umzug von Aschendorf nach Lathen im vergangenen Jahr keinen Hehl. Was die Abgabe von Sachgütern betrifft, habe der Verein inzwischen viel Zulauf aus Sögel, Haren, Wesuwe und Meppen. „Und auch die Papenburger und Aschendorfer kommen wieder – nur nicht mehr so oft. Sie fahren erst los, wenn sie ein ganzes Auto vollpacken können“, erklärt Brake. Jeder Sachspender ist nach wie vor aufgerufen, eine Packung Nudeln oder Reis mit abzugeben.