Teiche voller Leben entstehen

So präsentierte sich der Teich in Bexten nach dem Ende der Bauarbeiten. (Foto: Landkreis Emsland)

Lurche und Libellen finden durch Hotspotprojekt ein neues Zuhause – Pflanzaktion

MEPPEN. Teiche, Tümpel, Pfützen, Weiher, wassergefüllte Löcher und Fahrspuren gab es früher überall in Dorf- und Hofnähe, im Wald und in der Landschaft. Manche waren vom Menschen gemacht wie zum Beispiel Mühl- und Fischteiche. Auf Weiden gab es Tränkekuhlen für das Vieh. Andere waren durch die Natur entstanden: Ungezähmte Flüsse überschwemmten regelmäßig die angrenzenden Wälder und Wiesen und ließen anschließend unzählige Tümpel in Mulden und Senken zurück, die Lebensraum auf Zeit bildeten.

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Heute sind Äcker und Wiesen eingeebnet und drainiert, um sie mit Maschinen besser bearbeiten zu können. Jedes „nasse Loch“ ist verfüllt, um über zusätzliche Fläche für den Anbau zu verfügen. 90 % aller Kleingewässer verschwanden in den vergangenen Jahrzehnten. Amphibien und Libellen wurden damit im wahrsten Wortsinn „aufs Trockene gesetzt“. Im Rahmen des Hotspotprojektes „Wege zur Vielfalt – Lebensadern auf Sand“ – ein Projekt aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt, dessen Projektträger im Emsland die Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland ist – wurde dieser Entwicklung entgegengewirkt: In diesem Sommer entstanden in Bexten (Gemeinde Salzbergen) in einer Größe von rund 3000 m“ und Ahlde (Gemeinde Emsbüren) in einer Größe von rund 4500 m“ zwei strukturreiche Kleingewässerlebensräume mit Flach- und Tiefwasserzonen, zeitweilig trockenen Bereichen und vielen kleineren Teichen und Tümpeln.

In einem nächsten Schritt legen die Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klasse der Grundschule Holsten-Bexten im Rahmen des Hotspotprojekts am heutigen Freitag (9. Dezember) um den neuen Amphibienteich einen Wall mit heimischen Sträuchern und Gehölzen an. Unterstützt werden sie bei der Anpflanzung von u. a. Eberesche, Haselnuss, Weiden, Kornelkirsche und Pfaffenhütchen von der Jagdgemeinschaft Holsten-Bexten. Der Wall soll als Puffer zu der angrenzenden Ackerfläche dienen.

Die neu angelegten Kleingewässer wurden in Sandboden gegraben. Sie bieten insbesondere der seltenen Kreuzkröte, die eine Pionierart sandiger, offener Lebensräume und kaum bewachsener Flach- und Kleingewässer ist, die idealen Bedingungen.

Teichmolche, Grasfrösche, Erdkröten, Prachtlibellen und viele mehr, die in den vergangenen Jahren ihren Lebensraum verloren haben, finden im Teich eine neue Kinderstube. Die Larven von Libellen, vielen Insekten und von allen Amphibien entwickeln sich im Wasser. Auch Vögel und Säugetiere finden in und an Gewässerufern Nahrung, Schutz und Brutplätze.