Nach Nefritiri und Esmeralda jetzt Meggie Cleary

Anika Deters macht die Waldbühne Ahmsen zur Zeit zu ihrem „zweiten Wohnzimmer“. Unter der Anleitung von Regisseur Bernd Aalken probt sie mit Mario van der Ahe eine wichtige Einzelszene fürs Musical „Die Dornenvögel“. Fotos: Hermann Gerdes

Anika Deters als Farmerstochter in
„Die Dornenvögel“ auf der Waldbühne Ahmsen

Von Hermann Gerdes

2012 glänzte Anika Deters in der Rolle der „Heiligen Elisabeth“. Auch Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode war angetan. Foto: Hermann Gerdes
2012 glänzte Anika Deters in der Rolle der „Heiligen Elisabeth“. Auch Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode war angetan.
Foto: Hermann Gerdes

Löningen.- Es ist Sonntag. 12 Uhr. Endlich scheint einmal die Sonne. Ausflügler und die ersten Radfahrer sind unterwegs. „Ein bisschen mehr Gefühl“, hallt es durch den Wald.Mario van der Ahe aus Klein  Berßen und Anika Deters aus Löningen proben schon seit gut einer Stunde auf der breiten Waldbühne Ahmsen mit Regisseur Bernd Aalken (Bad Bentheim) eine wichtige Einzelszene fürs Musical „Die Dornenvögel“, das schon im nächsten Monat (28. Mai) hier Premiere feiert.

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Nebenan im neuen Tanzraum der Bühne im 300-Seelen-Ort Ahmsen am Rande des Oldenburger Münsterlandes schwitzen unter der Anleitung der Choreographin Irina Kempel (Lingen) Feen und Meerjungfrauen, dann die „Verlorenen Kinder“, die Indianer und die Piraten vor den großen Spiegelwänden bei der Einübung der Tanzschritte. Tänze und ein Dutzend Lieder bestimmen die Aufführung des Familien-Musicals „Peter Pan“, das erst am 12. Juni hier die Erstaufführung feiert.

Der Erfolg der beiden Stücke – mittlerweile die 119. und 120. Inszenierung in Ahmsen – ist schon gesichert. Weit über 20.000 Anmeldungen liegen bereits vor.

Für Anika Deters begannen die Proben schon vor drei Monaten. Mit der aus Cloppenburg kommenden Musikpädagogin Beate Stanko wurden am Klavier im Herzlaker Rathaus die Musikstücke eingeübt. Auch in den nächsten Wochen stehen unter Leitung von Ludwig Kronabeln (Dohren) Chor- und bei Irina Kempel Tanzproben an.

Der Aufwand ist groß im kleinen Ort, der in der Freilichtbühnen-Szene Jahr für Jahr mit Rekordbesucherzahlen für Furore sorgt.

Mitten unter ihnen Anika Deters, die sich noch genau an die Anfänge auf der Laienbühne erinnert. Damals, 1993, habe eine Freundin ihnen – ihr und ihrer Schwester Julia – die Bühne empfohlen. Bei „Ronja Räubertochter“ gebe es zwei Ausfälle. Die Deters-Schwestern melden sich und werden genommen. Was in Ahmsen nicht selbstverständlich ist. Während viele Vereine über fehlendes Engagement klagen, gibt es hier nicht selten einen Aufnahme-Stopp. Die Zwillinge wirbelten als „Dunkeltrolle“ über die Bühne. Das Theaterspiel hat die beiden infiziert und lässt sie nicht mehr los.

Sie sind fortan Jahr für Jahr dabei. Bei „Jim Knopf“ mit 22.000 Zuschauern, bei „Arielle“ mit 24.400 Zuschauern und bei „Pippi“ mit sogar 34.500 Zuschauern. Nach „Pettersson und Findus“ (28.500 Zuschauer) wechseln die beiden ins Erwachsenen-Theater, was in Ahmsen gleichzusetzen ist mit einem religiös orientierten Spiel.

Anika und Julia sind der Bühne 24 Jahre lang treu geblieben. Julia hat eine „Kostüm-Rolle“ übernommen. Sie ist nämlich nicht immer dabei; im Sommer heiratet die in Emmeln als Lehrerin tätige Laiendarstellerin.

Anika musste schon bei „Anatevka“ als Hodel einen Gesangsbeitrag abliefern. Das klappte 1993 vorzüglich. Sie hat große Rollen übernommen. Sie war die „Heilige Elisabeth“ 2012, bei „Moses“ vor zwei Jahren die Tochter des Pharao und im letzten Jahr im „Glöckner von Notre Dame“ die Esmeralda.

In diesem Sommer stellt sie Meggie Cleary dar.

Anika Deters hat nach einem kurzen Ausflug in die Archäologie zuerst als biologisch-technische Assistentin gearbeitet und dann Biologie in Oldenburg studiert. Heute arbeitet die gerade 34 Jahre gewordene Löningenerin 30-Jährige in einem Lebensmittel- und Veterinärlabor im Eco-Park in Emstek, zur Zeit im Außendienst bei Rothkötter in Haren. Solch wissenschaftliche Arbeit braucht einen Ausgleich – wie die Bühne und das Theaterspiel. „Ich liebe es einfach, in andere Rollen zu schlüpfen“, sagt sie mit fröhlichem Lächeln.

Diese positive Ausstrahlung passt nicht zur diesjährigen Rolle. Meggie Cleary verliebte sich schon als Kind in Pater Ralph. Von nun an kämpfte sie gegen Gott und will Ralph – genau diese Szene wird mit Mario van der Ahe heute geprobt-für sich gewinnen. Als dies nicht gelingt, heiratet sie aus Trotz den Schafscherer Luke O’Neill. Dieser lässt sie als Wirtschafterin bei seinen Freunden Anne und Ludy arbeiten. Aus dieser Ehe geht Justine hervor. Trotz ihrer Ehe schläft sie mit Ralph und wird mit Dane schwanger. Aus Wut auf seine Arbeitssucht verlässt die schwangere Megggie Luke und kehrt zu ihrer Mutter Fee nach Drogheda zurück.

Pater Ralph heg dieser eine freundschaftliche Beziehung zur reichen Großgrundbesitzerin Mary Carson, die Pater Ralph für sich gewinnen will. Diese Rolle hat Hildegard Tholen, Pfarrsekretärin in Wachtum, übernommen.

Premiere am 28. Juni

Ahmsen/hg.- Mindestens zehn der 31 Termine auf der Waldbühne Ahmsen sind bereits ganz oder weitestgehend ausverkauft. „Die Dornenvögel“ hat Premiere am 28. Mai. Für die späteren Abendvorstellungen gibt es noch ausreichend Plätze. „Peter Pan“ wird ab dem 12. Juni geboten. Hier gibt es auch an den Sonntagen noch ausreichend Karten. Bestellungen unter Tel. 05964/1027 oder www.waldbuehne-ahmsen.de