Großes Interesse an Religiöser Naturschutzwoche

Die Fraueninitiative Osnabrück begeisterte mit einem Workshop zur uralten traditionellen Kunst des Malens auf dem Wasser. Die sogenannte Ebru Kunst berührt mit ihrer meditativen Wirkung auch Fragen zum Verhältnis von Schöpfung und Mensch. F oto: Lisa Heyn

Osnabrück. Mit über 50 Veranstaltungen bundesweit ging die Religiöse Naturschutzwoche am Sonntag, 9. September, zu Ende. Als feierlicher und spiritueller  Abschluss der Projektwoche, erfolgte in Osnabrück ein Rundgang durch den Botanischen Garten. Zitate aus dem Judentum, Christentum, Islam und der Baha’i-Religion wurden vorgetragen und die Bedeutung verschiedenster Pflanzen im Zusammenhang mit den Heiligen Schriften erläutert.

Die Auftaktveranstaltung im Rathaus des Westfälischen Friedens in Osnabrück war mit über 100 Teilnehmenden gut besucht. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch verschiedene Ansprachen, wie vom Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und dem Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Alexander Bonde. Es folgten kurze Reden von Andreas Mues vom Bundesamt für Naturschutz und von Jürgen Micksch, Geschäftsführer im Abrahamischen Forum. Im Anschluss erklärten neun Jugendliche unterschiedlicher Religionen bei einer Podiumsdiskussion ihr Verständnis von Naturschutz.

In Köln gab es bei der Eröffnungsveranstaltung mit 50 Teilnehmenden einen Markt der Diversität, bei dem die Besucher an verschiedenen Ständen Informationen über Naturschutzgedanken und -projekte der Religionen erhalten konnten. In Darmstadt, wo bereits zum zweiten Mal die Projektwoche stattfand, beging man die Eröffnung in einem kleineren Kreis in der Jüdischen Gemeinde. Tiefgründige Diskussionen der Teilnehmenden und spannende Vorträge wurden dort mit einem veganen Buffet abgerundet.

Auch die übrigen Veranstaltungen, die über die Woche vom 2.-9. September stattfanden, wurden in den drei Städten wahrgenommen und zogen viele Besucher an.

Ein besonderer Höhepunkt der Woche in Darmstadt war die Auszeichnung durch die UN-Dekade Biologische Vielfalt für das Türkisch-Islamische Zentrum. Gemeinsam mit dem NABU Darmstadt wurde die Freifläche der Emir Sultan Moschee bepflanzt und Nistkästen für Falken und Fledermäuse an dem Gebäude installiert. Zum feierlichen Anlass sprachen der Türkische Generalkonsul aus Frankfurt, der Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Hessen sowie eine Stadträtin der Stadt Darmstadt. Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch die Photovoltaikanlage der Moschee durch den Vorsitzenden von NourEnergy, Tanju Doğanay, vorgestellt und konnte auf dem Dach besichtigt werden.

In Osnabrück zeigten fast alle der insgesamt 18 Veranstaltungen mit teilweise mehr als 50 Teilnehmenden, dass das Thema „Religionen und Naturschutz“ auf großes Interesse stößt. So führte unter anderem Herbert Zucchi, Professor für Zoologie und Tierökologie der Hochschule Osnabrück, circa 40 Teilnehmende durch den Osnabrücker Stadtteil Wüste und machte auf die Insekten- und Pflanzenvielfalt der alltäglichen Stadtumgebung aufmerksam. Im Gymnasium in der Wüste präsentierten Schülerinnen und Schüler mit Projekten wie einer Schulimkerei und der AG „Bee involved“ zum Erhalt von Wildbienen, wie gerade auch viele junge Menschen praktischen Natur- und Umweltschutz mit Vorbildcharakter betreiben. Und im Forum am Dom des Bistums Osnabrück diskutierten Dr. Regina Wildgruber, Bischöfliche Beauftragte für die Weltkirche und Kathrin Kiehl, Professorin für Vegetationsökologie und Botanik der Hochschule Osnabrück die Umgestaltung von Flächen um religiöse Gebäude zu Lebensräumen für heimische Pflanzen und Insekten. Vertreter des Osnabrücker BienenBündnis sowie viele interessierte Bürgerinnen und Bürger debattierten Ideen zu zukünftigen Kooperationsmöglichkeiten und engeren Zusammenarbeit von Naturschutzakteuren und Kirche.

 

In Bremen beteiligte sich die dort ansässige Baha’i-Gemeinde mit einer Müllsammel-Aktion an der Religiösen Naturschutzwoche.

 

Die Projektwoche trug vor allem dazu bei, dass Ortsgruppen sich vernetzen und die Gemeinden und Vereine sich mit dem Thema Naturschutz auseinandersetzen und ihre eigene Lebensweise unter ökologischen Gesichtspunkten neu überdenken. Beim Abrahamischen Forum sind bereits für 2019 erste Anfragen zur Durchführung von Veranstaltungen im Rahmen der Religiösen Naturschutzwoche eingegangen, die vom 1. bis 8. September 2019 vorgesehen ist.

Gefördert wird das Projekt „Religionen für biologische Vielfalt“ durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Veranstaltungen vor Ort wurden darüber hinaus unterstützt durch die Organisatoren der einzelnen Veranstaltungen, die Software AG Stiftung, die NGO „Religions for Peace“ Osnabrück, die Stadt Osnabrück, die Deutsche Buddhistische Union e.V., das Evangelisches Dekanat Darmstadt-Stadt, die Druckerei Lokay e.K. sowie viele andere.

Weitere Informationen zur ersten Religiösen Naturschutzwoche und dem Projekt finden sich unter www.abrahamisches-forum.de.

Weitere Auskunft erteilt Julia Wolter, Abrahamisches Forum in Deutschland, Darmstadt unter der Telefon-Nr. 06151-39 19 741 oder per Mail: jw@abrahamisches-forum.de.

 

 

 

 

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