Endlich wieder Wölfe im Zoo Osnabrück

Neugierig erkundeten die Wölfe ihr neues Zuhause im Zoo Osnabrück. Fotoquelle: Zoo Osnabrück (Lisa Josef),

Weitere Bewohner für neue nordamerikanische Tierwelt „Manitoba“

Osnabrück. Endlich gibt es im Zoo Osnabrück wieder Wölfe. Am vergangenen Donnerstag sind vier Hudson Bay Wölfe aus dem Zoo Amsterdam im Zoo Osnabrück eingezogen. Sie leben nun in der neuen nordamerikanischen Tierwelt „Manitoba“ im Zoo Osnabrück und sind damit die zweite Tierart nach den Waldbisons, die ihr Zuhause hier bezogen haben.

Ganz ruhig und gelassen eroberten die beeindruckenden, fast weißen Hudson Bay Wölfe ihr neues Zuhause: „Es kamen insgesamt vier Rüden: Ein Vater mit seinen drei Söhnen, die im April zur Welt kamen. Der neunjährige Vater ist ein sehr erfahrener und gelassener Rüde und wirkte sich beruhigend auf die Söhne aus, die noch etwas unsicherer sind“, berichtete Tanja Boss, Tierpflegerin und Revierleiterin von „Manitoba“. Nach ihrer Ankunft aus Amsterdam am Donnerstagmittag kamen die Tiere zunächst aus den Transportkisten in das Innengehege. Da sie sich dort sehr ruhig verhielten, beschloss das Team die Tiere bereits am Nachmittag in das außenliegende Vorgehege zu lassen. Auch diesen Bereich erkundeten sie ganz gemächlich, beschnupperten alles und tranken ein wenig Wasser. „Die Tiere zeigten sich so ruhig und entspannt, dass wir uns dazu entschlossen, sie am nächsten Tag gleich auf die große neue Außenanlage zu lassen. Solche Entscheidungen muss man spontan nach dem Verhalten der Tiere fällen“, so Biologe Tobias Klumpe. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Zoos hatte er den Transfer der Tiere aus dem Zoo Amsterdam organisiert. Am Freitagvormittag um halb elf machte Tierpflegerin Boss dann den Schieber zum großen Außengehege auf. „Der Vater ist wieder als erstes in den für die Wölfe fremden Bereich gegangen und ein Sohn begleitete ihn. Gemeinsam erkundeten sie erstmal das große Gelände und liefen alles ab. Die anderen beiden Tiere folgten dann eine Weile später“, erzählte Boss. Schließlich untersuchten sie gemeinsam ihr großes neues Zuhause bis in den letzten Winkel. „Das war wirklich toll anzusehen – diese Wolfsart hat ein sehr helles Fell, da sie ja ursprünglich in sehr nördlichen Regionen, wo häufig Schnee liegt, lebt. Dementsprechend können Besucher sie natürlich sehr gut sehen“, freute sich Klumpe. In den nächsten Wochen sollen nun noch zwei weibliche Tiere dazu kommen und so das Rudel vorerst komplett machen.

Die neue, 3,5 Hektar große Tierwelt „Manitoba“ wird 2018 komplett fertig gestellt. Den ersten Bereich mit Höhenpfad durch den Wolfswald können Besucher bereits entdecken. Hier zogen vor zwei Wochen zwei Bisons aus dem Zoo Hannover ein. Neben den Hudson Bay Wölfen werden in den kommenden Wochen noch zwei Schwarzbären ankommen. Im zweiten Teilbereich ziehen 2018 Kleinsäugetiere wie Biber, Stinktiere oder Baumstachler ein. Der Neubau kostet rund 3,5 Millionen Euro. Vor dem Bau von „Manitoba“ lebten im Zoo Osnabrück Europäische Wölfe. Diese hatte der Zoo vor den Bauarbeiten an den Zoo Dublin abgegeben.


Wissenswertes zu Hudson Bay Wölfen (Canis lupus hudsonicus)

Der Hudson Bay Wolf lebt nördlich und westlich der Hudson Bay (Kanada) in den Provinzen Manitoba, Nunavut und in den North West Territories. Diese Unterart des Wolfes ist vergleichsweise zu anderen Unterarten sehr hochbeinig. Die weißen Wölfe besitzen ein Fell mit dichter Unterwolle bis zu 6.500 Haare pro Quadratzentimeter – damit schützt sie das Fell vor Temperaturen von unter minus 50°Celsius. Wie alle Unterarten des Wolfes lebt der Hudson Bay Wolf im Rudel. In der Wildbahn stehen auf ihrem Speiseplan Kleinsäuger wie Schneehasen, aber auch Karibus und Elche, die sie im Rudel jagen.


Über den Zoo Osnabrück

Der Zoo Osnabrück wurde 1935 als Arbeitsgemeinschaft Heimtiergarten von Osnabrücker Bürgern gegründet und bereits 1936 als Heimattiergarten eröffnet. Während des zweiten Weltkriegs wurde der Heimattiergarten größtenteils zerstört, doch anschließend verfolgten die Osnabrücker weiterhin ihr Ziel, für die Stadt einen Zoo zu schaffen. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich der Heimattiergarten zum Tiergarten und schließlich zum zoologischen Garten. Heute beherbergt der Zoo auf 23,5 Hektar über 3.060 Tiere aus 276 Arten. Neueste Erlebniswelten sind der unterirdische Zoo (2009), die afrikanische Erlebniswelt „Takamanda“ (2010), die nordische Tierwelt „Kajanaland“ (2011) und der Affentempel „Angkor Wat“ (2012). 2014 wurde der Tigertempelgarten im Bereich „Angkor Wat“ eröffnet. Im Herbst 2017 wurde der dazugehörige „Orang-Utan Dschungeltempel“ eingeweiht. Die nordamerikanische Tierwelt „Manitoba“ soll bis 2018 realisiert werden. 2016 besuchten den Zoo Osnabrück 1.020.000 Besucher.