Kinderstube für Bienen:

Wildbiene. Foto: Uta Maehlmann

Nisthilfen für Wildbienen & Co selber bauen

Gartenworkshop im Oktober am Museum am Schölerberg zeigt, wie man den Insekten beim Überwintern helfen kann

Ursula Feldmann zeigt eine Nisthilfe für solitäre Wildbienen, wie sie Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen des Gartenworkshops im Oktober bauen und mit nach Hause nehmen können.
Wenn die Röhrchen der Nisthilfe bezogen sind, können sie ganz unterschiedlich verschlossen sein. An der Art und Weise kann man erkennen, welche Wildbienengattung hier ihren Nachwuchs hinterlassen hat.
Foto: Lisa Heyn

OSNABRÜCK. Das Museum am Schölerberg bietet am Samstag, 14. Oktober, von 14.30 bis 17.30 Uhr einen Gartenworkshop zum Thema Nisthilfen für solitäre Wildbienen und Wespen an. Teilnehmer  und Teilnehmerinnen lernen dabei nicht nur einiges über das Leben und die ökologische Bedeutung der Insekten, sondern können eine strukturreiche Nisthilfe selber bauen und mit in den eigenen Garten nehmen.

Neben der bekannten Honigbiene, die in Bienenvölkern auftritt, sind die meisten Wildbienenarten alleinerziehende Singles. Sie leben solitär, das heißt einzeln. Ohne die Hilfe von Artgenossen legen die Weibchen mehrere eigene Nester an und sorgen für ihren Nachwuchs alleine. Ihre Brutzellen bauen sie in der Erde, in Ritzen von Altholz, in Pflanzenstängeln oder anderen Hohlräumen. In jeder Brutzelle legen die Bienen ein Ei ab, statten die Niströhren mit Proviant aus, verschließen sie und sterben in der Regel nach einigen Wochen Lebenszeit. Der Nachwuchs entwickelt sich ohne weitere Hilfe und schlüpft meist im nächsten Jahr.

Aufgeräumte Gärten und Landschaften führen dazu, dass Wildbienen immer weniger Möglichkeiten zum Nisten finden. „Eine Nisthilfe, wie wir sie im Gartenworkshop bauen, ahmt das Totholz nach, in dem einige Wildbienenarten ihre Nester anlegen“ erklärt Ursula Feldmann, Gartenexpertin im Museum am Schölerberg.

Beim Bau ist jedoch einiges zu beachten. „Material, Struktur, Lage und Verarbeitung bestimmen, ob sich die Larven gut entwickeln können oder die Niströhren überhaupt bezogen werden.“ ergänzt Ursula Feldmann.

Wenn sie angenommen werden, zeigt sich ein faszinierendes Bild, das man auch im großen Insektenhotel im Garten des Museums am Schölerberg beobachten kann. Einige Niströhren scheinen mit Fasern verschlossen zu sein, andere mit Lehm oder Harz.

„An der Größe und der Struktur der Versiegelung kann man erkennen, welche Wespen- und Bienenfamilien darin nisten.“ so Feldmann. „Solche Nisthilfen sind toll zum Beobachten, gerade für Kinder. Dabei braucht man auch keine Angst zu haben. Bienen sind sehr friedfertige und spannende Insekten.“

Der Workshop ist auch für Familien geeignet und findet im Museumsgarten statt. Treffpunkt ist das Foyer des Museums am Schölerberg, Klaus-Strick-Weg 10. Die Teilnahme kostet 14 Euro zuzüglich fünf Euro Materialkosten. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine telefonische Anmeldung unter der Nummer 0541 56003-0 ist erforderlich. Weitere Informationen gibt es unter www.museum-am-schoelerberg.de.

In Deutschland gibt es schätzungsweise 560 Wildbienenarten.